Autor: Dirk Radunz (Seite 1 von 3)

Premiere auf den Ruhrfestspielen mit der kahlen Sängerin

Schon wieder naht eine Premiere: Das Theaterprojekt der LWL-Klinik Herten zeigt ab morgen die kahle Sängerin nun auf den Ruhrfestspielen im Schloss Herten. In Kassel durften wir die Produktion schon vorab erleben. Ein absurdes Feuerwerk Theater, mit Spielfreude und Leidenschaft inszeniert und gespielt.
Auch dieser Gruppe senden wir aus der gemeinsamen Zeit Kraft und ein kräftiges „toi, toi, toi“ und tun dies mit einem kleinen Gedicht aus dem Stück:

Die Polycander glänzten im Gesträuch
Ein Stein fing Feuer
Das Schloß fing Feuer
Der Wald fing Feuer
Die Männer fingen Feuer
Die Frauen fingen Feuer
Die Vögel fingen Feuer
Die Fische fingen Feuer
Das Wasser fing Feuer
Der Himmel fing Feuer
Die Asche fing Feuer
Das Feuer fing Feuer
Alles fing Feuer
Fing Feuer, Fing Feuer …

This Is No Exit – Premiere in Dänemark

Nach der Welturaufführung und gleichzeitigem Gruppendebüt in Kassel zur Eröffnung des Festivals spielt das Teater TIMP nun in Dänemark zu ersten mal auf. „This Is No Exit“ bekam Standing Ovations und begeisterte das Theaterwahn-Publikum mit ihrem „Festival der kleinen Dinge“, wie es eine Zuschauerin danach nannte.
Wir wünschen dem Teater TIMP zwei großartige Aufführungen am 12. und 13. Mai in Aarhus – wir stehen mit ihnen dort auf der Bühne (sinnbildlich) und hoffen sie können die Kraft ihrer „Geburt“ in Kassel mitnehmen.

Es war anders und das ist gut so

Als letzte Vorstellung des Festivals spielten wir die Gastgeber selbst unser Stück „Andersmensch“. Hier liefen nochmal einige Fäden zusammen die uns über die Zeit begleitet haben.

Es war ein großartiges Festival mit starken Theaterproduktionen, die jede für sich eine Kraft hatten aber auch mit vielen tollen menschlichen Begegnungen und interessanten Diskussionen. Es wird Eindruck hinterlassen und uns zu neuer Arbeit anspornen.

Stormy Weather in Paris

An diesem Abend werden wir ins Paris der 20er/30er Jahre entführt. Artaud, dessen bewegende Lebensgeschichte nach und nach von der Bohnice Theatre Companie multilingual erzählt wird, startete von dort aus in die Welt, nach Mexiko aber auch in die der Schizophrenie. In der Zwangsjacke kehrte er nach Frankreich zurück. Obwohl er nie im Bett sterben wollte, wurde er eines Tages tot in seinem Bett aufgefunden.

Artauds Vision der „Theater der Grausamkeit“ wird hier nicht versucht umzusetzen, stattdessen schwebt er hier durch die Halle des Dock 4, tänzerisch in Bildern erzählt.

Intensive Performance mit Rückkehrkindern

Im Hintergrund zappt sich jemand durch die Welt voller Abschiebung, Flucht und Auffanglager. Im Vordergrund eine Frau, ihr laufen die Tränen über’s Gesicht. Ein sechs Quadratmeter großes Areal wird mit medizinischem Klebeband abgeklebt. Immer wieder eine Gruppe an Zäunen vorbeilaufend als Film im Hintergrund. Der Abschied der Abschiebung wird ritualisiert durchgespielt. Eigene Grenz- und Abschiebeerfahrungen bekommen kurz Raum. Die Anspannung ist auf der Bühne und auch im Publikum zu spüren.

Mit „Rückkehrkinder“ bringen die Unabsehbaren und Insistere ernst und aktuell wieder neue Aspekte ins Festival.